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Im Stadtgebiet

Mit unserem DigiWalk auf dem Handy oder Smartphone Kunst im öffentlichen Raum erkunden – im Google- oder Apple Store herunterladen, DigiWalk öffnen, QR-Code scannen und los gehts!


SehensWert! ist die gesamte Kunst im öffentlichen Raum – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto – unser DigiWalk hilft bei der Orientierung.

In der City

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Die KUNST!STADT!RUNDE!  führt zu den in der Aalener City zu Fuß bequem erreichbaren Kunstobjekten.

ZEIT FÜR KUNST?

Dieses und zahlreiche weitere Kunstobjekte sind künstlerische Bestandteile des öffentlichen Raums.
Sie sind eingeladen das vielfältige Spektrum an Kunst in der Flächenstadt Aalen zu entdecken, im Stadtpark, auf Plätzen oder als Kunst am Bau.

Rote Hirsche, Götze

Im Stadtgebiet

Kunst im öffentlichen Raum hat eine lange Tradition in Aalen.
Als neue Verkehrsführungen geplant wurden, entstanden interessante Platzsituationen und besondere Räume.
Der kreative Umgang mit diesen Orten sollte das Stadtbild neu beleben.
Heute gibt es im gesamten Stadtgebiet eine Vielzahl interessanter und sehenswerter Kunstobjekte zu entdecken.

In der City

Kunst im öffentlichen Raum findet sich zum Teil an stark frequentierten Plätzen, nahe des Rathauses, der Stadtkirche oder des Gmünder Torplatzes – die City zu erforschen lohnt sich, auch an nicht so präsenten Orten entdeckt der Citybesucher sehenswerte Kunstobjekte.

KUNST!STADT!AALEN!

Kennen Sie die farbenfrohe „Marianne“ über dem Eingang des Aalener Rathauses?
Oder das leicht schiefe roststahlbraune „Haus“ mitten im Kreisel unterhalb der Hochbrücke?
Wann haben Sie sich das letzte Mal erfrischt an einem der vielen kunstvoll gestalteten Brunnen im Stadtgebiet von Aalen und sind den mächtigen Fäusten des „Herkules“ gegenüber gestanden?

Licht und Eisen | Alfred Bast

Alfred Bast

Licht und Eisen, 1999

Grünfläche vor dem Westeingang,
Rathaus Aalen

„Im Sichtbaren verborgen“ hieß eine Ausstellung von Alfred Bast. Die Natur und deren Phänomene sind zentrale Themen in seinem Werk. Intensiv beschäftigt er sich damit, bestimmte Gesetzmäßigkeiten sichtbar zu machen, Zusammenhänge künstlerisch zu verdeutlichen.

Damit verbunden ist eine genaue Beobachtung und intensives Nachdenken, was häufig auch schriftlich festgehalten wird (siehe Werktagebücher oder Universal-Notizbuch-Projekt von Reclam).

Gedanken und Beobachtungen zum Thema Licht setzt er in einer freien rhythmischen Zeichensprache um. Abstrakte Formen durchbrechen die schlichte quadratische Stele „Licht und Eisen“. Das kühl wirkende glänzende Eisen kontrastiert zum umgebenden saftigen Grün des Rasens. Licht und Schatten, die „dunkle Seite des Lichtes“ zeigen sich in den „freien rhythmischen Zeichen und die Wahrnehmung der Natur bilde(t) ein polares Feld von Innen und Außen, von Energie und Körperlichkeit“. (Bast) Das Licht erhält einen eisernen Rahmen und zeichnet sich als Schattenwurf auf dem Boden ab. Es wird wahrnehmbar, auch in seiner Veränderung, über die aus dem Eisen herausgefrästen Zeichen.

„Gestalt und Energie werden so in meiner Arbeit zu einem notwendig gleichzeitig realisierten komplexen Ganzen.“ (Bast) Es ist ein Wechselspiel aus Naturelementen (Licht, Schatten, Gras) und Material (Eisen).

 

Weitere Stelen zum Thema Licht lassen sich bei der Hochschule und in Wasseralfingen auf dem Platz vor der Sängerhalle finden.

Are you talking to me? | Zadok Ben-David

Zadok Ben-David

Are you talking to me?
2005/2006
Cortenstahl
Burren, Hochschule Aalen

Unbeirrt vom studentischen Treiben auf dem Campus stehen sie da: Zwei überlebensgroße scherenschnittartige Figuren. Anscheinend sind sie ins Gespräch vertieft. Herausgeschnitten aus rostrotem Cortenstahl weist die nicht geschlossene Stahloberfläche ornamentale, unregelmäßige Durchbrüche auf. Nicht unähnlich des weitläufigen Aderngeflechts eines menschlichen Körpers, erinnern die Formen zugleich an feine Baumzweige. Die Schattenwürfe der Verästelungen werfen je nach Sonnenstand ganz unterschiedliche Musterungen auf den Boden und sind ein wesentliches Element des Kunstwerkes.

Aus dieser spannungsreichen Verbindung von Industriestahl, menschlichem Umriss und vegetabiler Form entsteht ein kontinuierlicher lebendiger Austausch: Zwischen den Figuren, den ornamentalen Formen und dem Licht, zwischen den Materialien Stahl der Figuren und dem Holz der Bauten.

Das Kunstwerk auf dem Burren entstand im Rahmen der Kunst am Bau für die dortigen Neubauten. Der Titel „Are you talking to me?“ spielt auf eine Sequenz im Film „Taxidriver“ von Scorsese an.

Biographie
1949 geboren in Bayhan, Yemen; aufgewachsen in Israel
Studium der Bildhauerei an der St. Martin’s School of Art in London
Von 1977 bis 1982 Dozent an der St. Martin’s School of Art in London
1988 Biennale in Venedig als Repräsentant für Israel
2007 große Ausstellung im Guangdong Kunst Museum in Guangzhou, China.
2008 Skulpturenauftrag für die Olympischen Spiele in Beijing
2010 Einzelausstellung „Human Nature“ im Tel Aviv Museum Israel
Lebt und arbeitet in Portugal und London

Zusammenfluss | Franklin Pühn

Franklin Pühn

Zusammenfluss
Schwarzer und Weißer Kocher
1964
Brunnen, Steinplastik
Standort: Dorfmühle 11, Unterkochen
Zusammenfluss, Franklin Pühn

Als Wasser noch nicht wie selbstverständlich aus dem Hahn kam, waren Brunnen in Unterkochen stets gegenwärtig. Heute haben sie ihre ursprüngliche Funktion als Wasserstelle für alle Bürger verloren. Sie sind zu schmückenden Bestandteilen einer gepflegten Ortschaft geworden. Bei so manchem mag das eine Idylle der „guten alten Zeit“ heraufbeschwören, die tatsächlich so nie existierte.

Einer dieser Brunnen thematisiert den Zusammenfluss des Weißen und Schwarzen Kochers. Zwei steinerne Gestalten knien, leicht erhöht, über dem flachen Brunnenbecken. Äußerst reduziert in der Form scheinen sie aus einem Stein geformt zu sein. Die plastische Verdichtung der Komposition gewinnt an Intensität durch die miteinander verbundenen Arme, aus denen ein Wasserstrahl sprudelt.

Deutlich weist die Gestaltung des Brunnens auf die Formensprache von Otto Baum, Professor und Lehrer von Franklin Pühn an der Stuttgarter Kunstakademie, hin. Die Arbeit eines Bildhauers sollte fokussiert sein auf ein „plastische(s) Gestaltzeichen, das durch die stetige Abstraktion vom Naturvorbild gewonnen wird.“ (René Hirner)

Biographie
1925 geboren in Erfurt
1946 – 1948 Ausbildung als Holzbildhauer in Erfurt
1948 – 1953 Studium der Bildhauerei, Akademie Stuttgart bei den Professoren Hils und Otto Baum
Seit 1953 freischaffender Bildhauer in Heidenheim
http://www.franklin-puehn.de/

Bretzgablase-Brunnen | Fritz Nuss

Fritz Nuss

Bretzgablase-Brunnen
1985
Bronze
Gmünder Torplatz
Bretzgablase, Fritz Nuss

Voller Symbole und Anspielungen ist dieser überaus lebendig gestaltete Brunnen von Fritz Nuss.
Der Künstler setzt hier dem Aalener Original Blasius Schimmel, genannt Brezga Blase (1849-1925), ein Denkmal. Der ursprünglich als Bergmann in Wasseralfingen aktive Blasius, sitzt hier mitten in einer flachen Brunnenschale. Neben ihm steht ein Mann, dessen Name auf seiner Schürze eingraviert ist: Friedrich Stützel, vulgo Moreau (1844-1921). Zu ihm schaut der Brezga Blase hoch und hebt zugleich herausfordernd eine Brezel in der linken Hand.
Aus gesundheitlichen Gründen verdiente er sein Geld bei der Stadt als Ausscheller (Nachrichtenverkünder). Nebenbei verkaufte er Brezeln mit dem Spruch: „Eine Brezel kostet drei Pfennig, drei Brezeln zehn Pfennig.“ Anschaulich umgesetzt in drei bronzenen Brezeln, die ineinander verflochten über den Brunnenrand hängen. Als Wasserspeier flankieren ein Hahnenkopf und drei Ziegenköpfe, das Wappentier der Aalener Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck, die Brezeln.

„Moreau“ und Brezga Blase hatten im wirklichen Leben nichts miteinander zu tun. Nuss erlaubt sich die künstlerische Freiheit zwei Aalener Originale zusammenzubringen: Den Rotgerber „Leder-Stützel“ und den ehemaligen Bergmann. Zugleich illustriert Nuss ein Stück Familiengeschichte: „Moreau“ nämlich war sein Großvater. Dessen zweites Kind Pauline Karoline heiratete Karl Friedrich Nuss. –

Nuss hat einen Brunnen gestaltet, der entdeckt werden will. Neben den vollplastisch ausgebildeten Figuren finden sich eingraviert in die Brunnenschale weitere Motive wie ein Pferd mit Reiter oder ein kleines Medaillon mit einem Flöte spielenden Teufelchen. Dieser ist eine Art Markenzeichen von Fritz Nuss, das sich auch auf dem Reichsstädter Brunnen findet.

Biographie
– 1907 geboren in Göppingen
– Ausbildung zum Ziseleur und Studium in Schwäbisch Gmünd bei Albert Holl, in München bei Hermann Hahn und in Stuttgart bei Ludwig Habich
– 1943 Ernennung zum Professor
– 1952 bis 1972 Dozent für plastisches Gestalten an der Fachhochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd
– Lebte bis zu seinem Tod 1999 in Weinstadt-Strümpfelbach, bei Stuttgart
– Weitere Kunstwerke von Nuss in Aalen: Reichsstädter Brunnen – Marktplatz, Ährenleserin – THG, Vogelgruppe – Stadtpark, Flötenspielerin – Stadthalle, Hirtenjunge – Pelzwasen

Christian Friedrich Daniel Schubart | Karl-Ulrich Nuss

Karl-Ulrich Nuss

Christian Friedrich Daniel Schubart
2004
Bronze
Durchmesser ca. 80 cm
Gaststätte Bierhalle
C.F.D.Schubart, Karl-Ulrich Nuss

An beredter Stelle ist das Bildnis von C.F.D Schubart (1739-1791) angebracht. Der Komponist und Literat verkehrte regelmäßig in diesem Wirtshaus. Überaus günstig war, dass die Hintertür des Gasthauses sich direkt gegenüber der Eingangstüre seines Elternhauses in der Roßstraße 4 (Bürgerhaus aus dem 17. Jh.) befand.

Schubart war ein überaus produktiver Sturm- und Drangkünstler. Jemand, der sich nicht den Mund verbieten ließ, Kritik auch an der Obrigkeit äußerte, was ihm letztendlich eine 10jährige Haftstrafe einbrachte.
Eingefasst von einem runden Medaillon wachsen Kopf, linker Arm und die Hände plastisch heraus. In der rechten Hand eine Feder, die auf eine Leier zeigt, weisen ihn als Schriftsteller, Musiker und Komponist aus.
Leicht nach rechts geneigt scheint Schubart mit geöffnetem Mund zwischen den vollen Backen beschwingt aus dem Bronzemedaillon zu kippen – beflügelt durch kreative Einfälle oder doch vom Wein?
Durchzogen von Rissen, Sprüngen und Unebenheiten ist die Struktur des Reliefs. Passend für ein vom Leben gezeichnetes Gesicht. Ein Leben voller Ecken, Kanten und Widersprüchen. Kein glattpoliertes, idealisiertes Künstlerporträt wird von Schubart gezeigt. Vielmehr hat es der Künstler Nuss ausdrucksstark verstanden, den ungestümen, widerständigen Charakter des „Feuerkopfes“ C.F.D. Schubart treffend zu gestalten.

Informationen zu Schubart:
www.aalen.de

Biographie
1943 geboren in Stuttgart
1961 – 1964 Studium an der Staatlichen Höheren Fachschule für das Edelmetallgewerbe Schwäbisch Gmünd; Abschluss als Ziseleur
1964 –1966 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Hans Wimmer
1967 – 1970 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Prof. Bernhard Heiliger
1969 Meisterschüler bei Prof. Heiliger
1972 – 1979 Lehrbeauftragter für „Plastisches Gestalten“ an der Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
seit 1970 freischaffender Bildhauer in Weinstadt-Strümpfelbach
2004 Ehrenprofessur des Landes Baden-Württemberg

Brunnen | Rudolf Kurz

Rudolf Kurz

Brunnen
1992
Stadtgarte
n, Curfeßstraße

Dem formalen Prinzip einer bekannten Schokoladenmarke nicht unähnlich, funktioniert der Brunnen, laut Rudolf Kurz, „quadratisch, praktisch, gut.“

Ein spielerisch-erfrischendes Element im Stadtgarten, das vor allem an heißen Sommertagen rege in Anspruch genommen wird.
Der Brunnen entstand aus einem eingeladenen Wettbewerb. Der Entwurf sollte spielerische Elemente sowie die Erlebbarkeit von Wasser für Kinder beinhalten. Ästhetisch besticht die Brunnenanlage durch die Reduzierung auf das Quadrat und das hochwertige Material Olivin Diabas, einem besonders widerstandsfähigem und haltbaren Stein.

Durch Umschalten einzelner Hebel können zahlreiche Wasserfontänen reguliert werden. Ein wunderbares Zusammenspiel aus Funktionalität und Spiel.

Biographie
1952 geb. in Ellwangen/Jagst
1980-84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren K. H. Seemann, H. Baumann, H. Schubert
1987 Schwäbisch Gmünd, Prediger-Preis Wettbewerb „Junge Künstler“
Zahlreiche Ausstellungen u.a. in Aalen:
2013/14 Rudolf Kurz. Vergangenheit ist ein Prolog. Antiker und moderner Torso im Limesmuseum Aalen sowie Aufträge im öffentlichen und sakralen Raum u.a. Ellwangen, Virngrundklinik, Hauskapelle; Rom, Hauskapelle Kardinal W. Kasper; Aalen: Altarraumgestaltung der Salvatorkirche; Kapelle im Ostalbklinikum; Brunnen im Stadtgarten.

http://www.rudolf-kurz.eu/

Christian Friedrich Daniel Schubart | H.Buchner/ R.Kurz

H.Buchner/ R.Kurz

Christian Friedrich Daniel Schubart
Bronze/Stahl
Bahnhofsvorplatz

Das Schubart-Denkmal hat eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich.
Ursprünglich von Hofbildhauer Ernst Curfeß geschaffen, wurde das Denkmal am 22. November 1891 vor dem damaligen Hotel „Harmonie“ enthüllt. Es stand hier bis 1931 und wurde aus verkehrstechnischen Gründen entfernt. Einen neuen Standort fand das Denkmal auf dem Bohlschulplatz. Allerdings nur bis 1942: Ebenso wie die Kirchenglocken musste die Bronzebüste an die Rüstungsindustrie abgeliefert werden und wurde eingeschmolzen. Im März 1950 fand eine neu gestaltete Büste von Hugo Buchner neben der Bohlschule ihren Platz.

Mit der Verlagerung der Büste an den Bahnhofsplatz 2003 kehrte der Literat und Komponist wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück. Der moderne Stahlrahmen stammt vom Ellwanger Bildhauer Rudolf Kurz.
Damit löste der Künstler sehr widersprüchliche Reaktionen aus. Passend jedoch zur schillernden Persönlichkeit Schubarts und passend zur Intention des Künstlers, der Denkanstöße anregen möchte. Immerhin wurde so erreicht, dass Schubart wieder verstärkt ins Bewusstsein der Aalener Bürger rückt.

Obwohl schlicht in seiner formalen Wirkung, lässt der Rahmen vielfältige Assoziationen zu: Aus dem Rahmen fallen, in einen Rahmen gezwängt werden, den Rahmen sprengen und lesbar auch als Hinweis auf seine Kerkerhaft.

Biographien
Ernst Curfeß
1849 geboren in Aalen (damaliges Elternhaus am Marktplatz 26)
Ausbildung in den Königlichen Hüttenwerken in Wasseralfingen
Ab 1871 Studium an der Kunstschule Stuttgart; später Berlin, Rom
1892 Ernennung zum Königlichen Hofbildhauer
1896 gestorben, begraben in Aalen auf dem St. Johann Friedhof
Auswahl öffentlicher Werke: Dannecker-Denkmal, Stuttgarter Rosengarten, Denkmal von König Karl und Königin Olga

Hugo Buchner
1893 im Kreis Teplitz-Schönau (Sudetendeutschland, heutige Tschechei)
Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Prag
Meister bei der Aalener Firma Stützel-Sachs
1964 gestorben

Rudolf Kurz
1952 geb. in Ellwangen/Jagst
1980-84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren K. H. Seemann, H. Baumann, H. Schubert
1987 Schwäbisch Gmünd, Prediger-Preis Wettbewerb „Junge Künstler“
Zahlreiche Ausstellungen u.a. in Aalen:
2013/14 Rudolf Kurz. Vergangenheit ist ein Prolog. Antiker und moderner Torso im Limesmuseum Aalen sowie Aufträge im öffentlichen und sakralen Raum u.a. Ellwangen, Virngrundklinik, Hauskapelle; Rom, Hauskapelle Kardinal W. Kasper; Aalen: Altarraumgestaltung der Salvatorkirche; Kapelle im Ostalbklinikum; Brunnen im Stadtgarten

Dialog | Max Seiz

Max Seiz

Dialog
1986
Bronze
Gmünder Straße 8 (Gmünder Torplatz)
Dialog, Seiz

Drei stelenartige Bronzefiguren sind auf einer kreisförmigen Bodenplatte wie auf einer Bühne angeordnet. Die Rücken nach außen gewandt scheinen sie ungebetene Zuhörer ausschließen zu wollen. Sie bilden einen privaten, in sich geschlossenen Raum innerhalb des öffentlichen Raumes.

Zwei Figuren stehen dicht beieinander. Die kleinen Köpfe mit angedeuteten Gesichtern sind zueinander geneigt. In deutlichem Abstand ihnen gegenüber platziert, hört die dritte Figur möglicherweise dem „Dialog“ zu. Ihre frontale Ausrichtung zueinander und die Geschlossenheit der Körperform vermitteln in ihrer ruhigen Präsenz zugleich eine gewisse Distanz.
Seine Skulpturengruppe reduziert Seiz auf wesentliche Formmerkmale, die in ihrer minimalistischen Einfachheit an griechische Kykladenidole erinnern.

Max Seiz stellt die menschliche Figur in den Mittelpunkt seines künstlerischen Werks. Er thematisiert sie als Einzelfigur, als Gruppe. Wesentlich dabei ist der Körperausdruck und die Beziehung der Körper zueinander. Dabei geht es nicht um die realistische Nachbildung menschlicher Figuren. Weiche, runde, volumenbetonte Skulpturen finden sich in seinem Werk ebenso wie geometrische Gestaltungen – mit einer zunehmenden Tendenz zur „Vereinfachung, Verdichtung und der Abstraktion der Form.“ (Thomas Köllhofer)

Biographie
1927 in Schwäbisch Gmünd geboren
1946–50 Staatliche Höhere Fachschule, Schwäbisch Gmünd
1981 Gastdozent Fachhochschule für Gestaltung, Schwäbisch Gmünd
seit 1955 freischaffender Künstler
lebt und arbeitet in Schwäbisch Gmünd in der Villa Nepperberg

C.F.D. Schubart | Rudolf Kurz

Rudolf Kurz

C.F.D. Schubart.
Gefangen – zerrissen
Bronze, Sandstein, 2004,
Aufstellung 2010
Stadtkirche

Wohlüberlegt ist der Standort der Schubart-Büste. Platziert direkt neben der Stadtkirche und vor der ehemaligen Lateinschule nimmt sie Bezug auf seine Biographie: In der Kirche spielte Schubart häufig auf der Orgel, die Lateinschule besuchte er einige Jahre als Schüler und das gegenüberliegende Wirtshaus war ihm auch nicht gänzlich fremd. Dort ist höchst beziehungsreich ein Relief von Schubart angebracht, gestaltet von Karl-Ulrich Nuss.

Beide Porträts von Schubart sind gezeichnet von Spuren eines intensiv gelebten Lebens. Scheint jedoch der Schubart von Nuss beinahe aus seinem runden Rahmen zu fallen, setzt Kurz den Kopf des Literaten in einen symbolischen Steinkerker. Ein Gefängnis, das konkret anspielt auf die zehnjährige Haft Schubarts oder die Enge bürgerlicher Konventionen meinen kann.

Eine Beengtheit und Begrenzung, die deutlich ablesbar sind am verbissenem Gesichtsausdruck und den heruntergezogenen Mundwinkeln..

Informationen zu Schubart:
http://www.aalen.de/c-f-d-schubart-ein-lebenslauf-in-zahlen.815.25.htm

Biographie
1952 geb. in Ellwangen/Jagst
1980-84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. K. H. Seemann, Prof. H. Baumann und Prof. H. Schubert
1987 Schwäbisch Gmünd, Prediger-Preis Wettbewerb „Junge Künstler“
1993 Hohenloher Kunstpreis
2001 Karlsruhe, Bad Bergzabern, Wissembourg – Kunstprojekt „Kirchenträume“, Preis der Kirchengemeinden
Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen u.a. in Aalen:
2013/14 Rudolf Kurz. Vergangenheit ist ein Prolog. Antiker und moderner Torso im Limesmuseum Aalen sowie Aufträge im öffentlichen und sakralen Raum u.a. Ellwangen, Virngrundklinik, Hauskapelle; Rom, Hauskapelle Kardinal W. Kasper; Aalen: Altarraumgestaltung der Salvatorkirche; Kapelle im Ostalbklinikum; Brunnen im Stadtgarten
2015 Bundesverdienstkreuz

Flötenspielerin | Fritz Nuss

Fritz Nuss

Flötenspielerin
1956
Bronze
Stadthalle Aalen
Flötenspielerin, Nuss

Mit Beginn der 1950er Jahre setzte der Trend ein, Kunst am Bau zu fördern und öffentliche Plätze zu gestalten. So auch in Aalen.
1957 erwarb die Stadt Aalen die überlebensgroße Bronzeplastik „Flötenspielerin“ von Professor Fritz Nuss. Die Skulptur signalisierte den Beginn einer Reihe von repräsentativen Freiraumgestaltungen.

Zeitlebens konzentrierte sich der Bildhauer auf die Gestaltung des menschlichen Körpers. „So sind Formzucht, vitale Spannung und konzentrierte Gestik gleichbleibende Kennzeichen der öffentlichen Aufträge.“ (Hermann Baumhauer) Die plastische Ausformung seiner Figuren in dieser Schaffensphase weisen ein überlängtes, schmales Körperbild und kantige Konturen auf. Das knielange Kleid scheint wie nass am Körper zu kleben.

1958 folgte der „Hirtenknabe“ im Pelzwasen. Die „Vogelgruppe“ wurde 1961 bei der Neugestaltung des Stadtgartens und 1965 „Die Ährenleserin“ im Schulhof des Theodor-Heuss-Gymnasiums aufgestellt. Der Nuss’sche Figurenreigen schließt sich 1976 mit dem „Reichsstädterbrunnen“ vor dem Rathaus, den ein szenenreiches Figurenband von 12 m Länge ziert.

Biographie
1907 am 24. Mai in Göppingen
1944-1922 Karlsgymnasium in Göppingen
1922-1926 Lehre als Ziseleur in Schwäbisch Gmünd
1927-1928 Akademie der bildenden Künste in München, Bildhauerklasse Prof. H. Hahn
1928-1933 Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, Meisterschüler von Prof. L. Habich
1933-1935 Freischaffend in Aalen
Leiter der Bildhauerklasse an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart
1942 Berufung an die Akademie Breslau
1943 Ernennung zum Professor
1943-1952 Freischaffend in Weinstadt-Strümpfelbach
1952-1972 Leiter der Klasse für plastisches Gestalten an der Fachhochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd
Seit 1972 freischaffend
1999 am 3. März in Weinstadt-Strümpfelbach gestorben
Tipp: Ein Skulpturengarten sowie ein Weg durch die Weinberge in Strümpfelbach geben einen Einblick in sein umfangreiches Werk.

Fischerin-Brunnen | David Fahrner

David Fahrner

Fischerin-Brunnen
errichtet April 1960
Rombacher Straße
Fischerin-Brunnen, Fahrner

Mit weit ausholendem Schritt steht sie am Brunnenrand. Selbstsicher hat sie zwei wasserspeiende Fische fest im Griff und schaut Richtung Stadtmitte: Die steinerne Fischerin, auch Fischermädchen genannt, von Bildhauer David Fahrner aus Freudenstadt. Eingeweiht wurde der Brunnen im April 1960.

Kritik gab es im Vorfeld an der „sinnenfrohen Darstellung“ der Skulptur. Der Aufstellungsort nahe des St. Johann Friedhofs erforderte eine gewisse Umarbeitung der jungen Fischerin: „Die Form der Brust werde er (Bildhauer Fahrner), wie bereits erklärt, etwas zurückdrängen.“

Sein Malerkollege Kurt Schöpp beschreibt Fahrner als reinen „Modelleur“, „Portraitist und Gestalter des menschlichen Körpers“. Er benutze den „knetbaren Ton, (ertastet) Formen und Flächen mit seinen Fingerspitzen“ und gestalte seine Figuren bevorzugt ohne jeglichen Pathos und Symbolik.

Biographie
1964 geboren in Stuttgart
1983 Bildhauerpraktikum bei Prof. Fritz Nuss
1984-87 Lehre als Steinbildhauer bei Hans Neuwirth
1988-89 Kunstakademie Karlsruhe, Prof. van Dülmen
seit 1990 als freischaffender Künstler tätig

Tri-Lux | Heinz Mack

Heinz Mack

Tri-Lux
1994
Edelstahlplastik
Bahnhofsplatz

Heinz Mack und die Künstlergruppe ZERO (Otto Piene, Günther Uecker) versuchten 1957 eine neue Kunst- und Formensprache zu etablieren.
„Licht und Bewegung“ waren die zentralen Prinzipien von ZERO. Als experimentierfreudiger Künstler stellt er die ästhetischen Gesetze von Licht und Farbe, Struktur und Form in stets neue Dialoge wie die Plastik „Tri-Lux“: In einer schlanken, gezackten Linie steigt die filigrane Plastik auf Glasfundament hoch in den Raum.
Tagsüber geht der glattpolierte Edelstahl ein dynamisches Wechselspiel mit der reflektierenden Sonne ein. Und bei Nacht beleuchten in die Basis eingelassene Lichter das Kunstwerk und lenken den Augenmerk auf die „Bodenhaftung“.

„Meine Arbeiten sind Gegenstände im Raum, Reflektoren des Lichts und Instrumente der Bewegung. In ihren rhythmischen Strukturen ist Zeit sichtbar.” (Heinz Mack)

Biographie
1931 am 8. März geboren in Lollar/Hessen
1950-53 Studium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf und Philosophie in Köln; Staatsexamen in Kunst- und Werkerziehung
1957 Gründung der Künstlergruppe „ZERO“ zusammen mit Otto Piene: Anstelle von „Klassischen Kompositionen“ standen die Elemente Licht, Bewegung, Raum, Zeit, Dynamik, Vibration und serielle Strukturen im Fokus.
1964 documenta 3 in Kassel: zusammen mit Piene und Uecker schafft er den „Licht-Raum“ (heute Kunstmuseum Düsseldorf)
1966 Auflösung der ZERO-Bewegung
Einige Arbeiten im öffentlichen Raum
1981 Gestaltung des „Jürgen-Ponto-Platz“ in Frankfurt
1984 Stele „Columne pro caelo“ vor dem Kölner Dom
1989 Platzkonzeption der Deutschen Einheit in Düsseldorf
1994 „Tri-Lux“ in Aalen

Der Zeitungsleser | Karl Ulrich Nuss

Karl Ulrich Nuss

Der Zeitungsleser
1989
Bronze
Südlicher Stadtgraben
Der Zeitungsleser

Intensiv in eine aufgeschlagene Zeitung vertieft steht der überaus schlanke „Zeitungsleser“ vor dem Aalener Rathaus.

Aus Anlass des 50. Schubart-Literaturpreises 2005 schenkte der Bildhauer Karl Ulrich Nuss die lebensgroße Bronzeplastik der Stadt. Ursprünglich stand er genau gegenüber, um an die ehemalige Stierlinsche Buchdruckerei und die seit 1837 dauernde Zeitungstradition in Aalen zu erinnern.
Doch Vandalen hatten ihn aus der Verankerung gerissen. Nach der Restauration fand er seinen Platz vor dem Rathaus.

Der Zeitungsleser symbolisiert wie einst der Aalener Dichter Schubart den bewussten Zeitgenossen, der sich für die Ereignisse in der Gemeinde und in der Gesellschaft interessiert und einsetzt.

Biographie
1943 in Stuttgart geboren
1961-1964 Studium an der Staatlichen Höheren Fachschule für das Edelmetallgewerbe Schwäbisch Gmünd; Abschluß als Ziseleur
1964-1966 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Hans Wimmer
1967-1970 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Prof. Bernhard Heiliger
1969 Meisterschüler bei Prof. Heiliger
1972-1979 Lehrbeauftragter für „Plastisches Gestalten“ an der Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
seit 1970 freischaffender Bildhauer in Weinstadt- Strümpfelbach
2004 Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg

Marianne | Hannes Münz

Hannes Münz

Marianne
2001
Polyesterabguss nach Pappmachéoriginal,
bemalt
Rathaus Aalen
Marianne und Maniolo, Münz

Seit 2001 sitzt die üppige Dame winkend und lächelnd über dem Haupteingang des Rathauses. Ein fröhlicher Farbtupfer zur sachlichen Betonarchitektur des Rathauses!
Das Blau ihres üppigen Haarschopfes kontrastiert zum zitronengelben T-Shirt und wiederholt sich in der Tönung der Hose. Die unbeschuhten Füße stecken in Ringelsocken und baumeln scheinbar unbeschwert über die Brüstung. Auf der Suche nach einem passenden Namen entschied Hannes Münz sich spontan für Marianne.

Möglicherweise ein Verweis auf die enge Verbundenheit des Künstlers zu Frankreich? Dort verkörpert Marianne die Französische Republik und befindet sich als Büste in den örtlichen Rathäusern.
Übrigens sitzt am Künzelsauer Landratsamt eine „Schwester“ von Marianne – Mathilda, in Grün und Blau gekleidet.

Wer genau hinschaut entdeckt, dass Marianne einer männlichen Figur zuwinkt. Manolo heißt der junge Mann. Mit gekreuzten Armen lehnt er lässig hinter der Glasfassade am Neuen Tor und genießt wohl ihre Aufmerksamkeit.

Biographie
1940 in Aalen/Württ. geboren. Dort Schulzeit und Abitur
1959-67 Studium der französischen Sprache an den Universitäten Grenoble und Tübingen; Kunststudium an den Akademien Aix-en-Provence und Stuttgart (Prof. Haegele, Malerei)
Längere Aufenthalte in der Provence und in der Bretagne. Stipendium für die Universität Perugia/Umbrien
Seit 1969 Lehrtätigkeit am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau
1979 und 1982 Reisen nach Neu-Kaledonien und Peru sowie regelmäßige Aufenthalte in der Bretagne und intensive Beschäftigung mit dieser Landschaft
Seit 1990 freischaffend auf der Schwäbischen Alb und in der Bretagne
2010: Unter dem Motto „Farbe erobert den Raum“ waren seine Werke zuletzt in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen, begleitet von farbenfreudiger Malerei auf der Straße und der Glasdachkonstruktion auf dem Gmünder Torplatz
2015: Zwei „Kochernixen“ für den Sieger-Köder-Weg in Wasseralfingen

Manolo | Hannes Münz

Hannes Münz

Manolo
2001
Pappmaché bemalt, Neues Tor
Marianne und Maniolo, Münz

Zufällig entdeckte der damalige Baubürgermeister einen Bauarbeiter in genau dieser Haltung und hatte die Idee für ein Kunstobjekt. Hannes Münz wurde mit der Gestaltung der Figur beauftragt. So wurde mit Manolo eine passende Verbindung zwischen Rathaus und Neuem Tor geschaffen.

Biographie
1940 in Aalen/Württ. geboren. Dort Schulzeit und Abitur
1959-67 Studium der französischen Sprache an den Universitäten Grenoble und Tübingen; Kunststudium an den Akademien Aix-en-Provence und Stuttgart (Prof. Haegele, Malerei)
Längere Aufenthalte in der Provence und in der Bretagne. Stipendium für die Universität Perugia/Umbrien
Seit 1969 Lehrtätigkeit am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau
1979 und 1982 Reisen nach Neu-Kaledonien und Peru sowie regelmäßige Aufenthalte in der Bretagne und intensive Beschäftigung mit dieser Landschaft
Seit 1990 freischaffend auf der Schwäbischen Alb und in der Bretagne
2010: Unter dem Motto „Farbe erobert den Raum“ waren seine Werke zuletzt in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen, begleitet von farbenfreudiger Malerei auf der Straße und der Glasdachkonstruktion auf dem Gmünder Torplatz
2015: Zwei „Kochernixen“ für den Sieger-Köder-Weg in Wasseralfingen

Herkules | Christoph Traub

Christoph Traub

Herkules, 2002
Muschelkalk,
120 cm × 60 cm × 230 cm,
Grünanlage bei der Bohlschule
Herkules, Traub

Mächtig und kompakt ragen zwei gewaltige Fäuste aus dem Muschelkalkblock hervor. Die sagenhafte Kraft des mythologischen Helden „Herkules“ komprimiert der Bildhauer Christoph Traub in zwei steinernen Fäusten.
Sie wachsen aus dem Sockelquader heraus, greifen ineinander und türmen sich in manieristisch anmutender Windung übereinander. Die Oberflächenstruktur des Kalksteins bearbeitet Traub deutlich sichtbar mit dem Meißel. In Verbindung mit glatt polierten, auch unbearbeiteten Bereichen ergibt sich daraus eine spannungsreiche Lebendigkeit, die wiederum den dynamischen Formfluss der gesamten Figur aufgreift und unterstreicht.

Häufig wählt der Künstler für seine Werke Bildtitel, die in Verbindung mit Stärke und Kraft stehen. Die Übereinstimmung von Titel und Darstellung verweist in direkter Weise auf den „erzählerischen Kontext.“ (Sabine Heilig)

Die erste von 12 Aufgaben, die Herkules zu bewältigen hatte, war den nemeischen Löwen zu töten. Dessen Fell war jedoch so dick, dass keine Waffe durchdringen konnte. Herkules gelang es dennoch den Löwen zu töten – mit bloßen Händen!

Christoph Traub beschäftigt sich mit der menschlichen Figur, jedoch in Fragmenten. Es fehlen Körperteile, sind beschädigt oder einzelne Partien wie die Hände rücken als zu gestaltende Form in den Fokus. So nimmt das Motiv der Hände eine zentrale Rolle im Werk des Bildhauers ein. In der Konzentration und formalen Beschränkung auf die geballten Fäuste, werden diese zur zentralen Ausdruckschiffre. „Handgesten sind Zeichensprache und Träger emotionaler Empfindungen.“ (Sabine Heilig)

Biographie
1964 geboren in Stuttgart
1983 Bildhauerpraktikum bei Prof. Fritz Nuss
1984-87 Lehre als Steinbildhauer bei Hans Neuwirth
1988-89 Kunstakademie Karlsruhe, Prof. van Dülmen
seit 1990 als freischaffender Künstler tätig

Große Parabel | ODIOUS

ODIOUS

Große Parabel
1984
Landratsamt Ostalbkreis über dem Kocher,
Stuttgarter Straße
Große Parabel, ODIUS

Die „Große Parabel“ erhebt sich als markantes stählernes Zeichen schräg über einer großen Öffnung. Darunter fließt der Kocher. Gefügt ist die „Große Parabel“ aus einer aufgebrochenen Ellipse, die mit geometrischen und linear geformten Elementen verbunden ist. Trotz der Schwere des rostbraunen Stahls geht eine gewisse Leichtigkeit von der Skulptur aus. Nur an zwei Punkten befestigt, scheint das Kunstwerk direkt über dem Wasser zu schweben.

Offen, sozusagen „in der Schwebe“, bleibt die Bedeutung des Titels. Nimmt die „Große Parabel“ Bezug auf eine kurze lehrhafte Erzählung? Oder ist vielmehr der mathematische Ausdruck für einen Kegelschnitt gemeint, bei der einer der beiden Brennpunkte im Unendlichen liegt?

„ODIOUS = Heavy Metal mit Klassikerpotential“ titulierte Irena Nalepa 2012 eine Ausstellung der Bildhauergruppe aus Berlin. Ironisierend nannten sich die Künstler ODIOUS, was so viel wie „hässlich, abstoßend“ bedeutet. Das verbindende Material der Gruppe, ist Stahl und Eisen. Die Metallteile, überwiegend vom Schrottplatz, werden zu dreidimensionalen abstrakten Skulpturen neu zusammengefügt und –geschweißt. Zugleich bleibt ihr „Fundstück-Charakter“ (Nalepa) erhalten.

In der Wahl des Werkstoffes steht die Gruppe durchaus in der Tradition von Julio Gonzalez und seinem Künstlerfreund Picasso. Ihnen ist es zu verdanken, dass Stahl als künstlerisches Material im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Einzelne Teile wurden zu plastischen kubistischen Collagen und Assemblagen zusammengefügt. ODIOUS wurde gerne als skulpturaler Gegenentwurf zur figurativen, subjektbetonten Malerei der „Jungen Wilden“ gesehen.

Gegründet 1982, löste sich die Gruppe nach der Wiedervereinigung weitgehend auf. Seit 2004 besteht die Gruppe aus Klaus H. Hartmann und Klaus Duschat.
Ursprünglich gehörten zu der Gruppe
Gisela von Bruchhausen, *1940: http://www.giselavonbruchhausen.de/index.html
Klaus Duschat, *1955: http://www.klausduschat.de/
Klaus H. Hartmann *1955: http://www.uni-ulm.de/kunstpfad/11kuen.html
Gustav Reinhardt *1950: http://www.nickolai.de/salzgitter/skulpturen/html/gustav_reinhardt.html
Hartmut Stielow *1957: http://www.galerie-scheffel.de/root/index.php?lang=de&page_id=127
David Lee Thompson,*1951: http://www.nickolai.de/salzgitter/skulpturen/html/david_lee_thompson.html

Reichsstädterbrunnen | Fritz Nuss

Fritz Nuss

Reichsstädter Brunnen
1976, Bronze
Rathaus Aalen

Mit zahlreichen Skulpturen und Brunnen ist der Bildhauer Professor Fritz Nuss in der Stadt Aalen prominent vertreten. So auch mit dem „Reichsstädterbrunnen“ direkt vor dem Rathaus.

1974 beschloss der Gemeinderat die Umsetzung des Brunnens. Eingeweiht wurde er 1976 anlässlich der 4. Reichsstädter Tage vom damaligen OB Pfeifle. Kommentare gab es entsprechend: Ein bewunderndes „schön“, ein „Schmuckstück fürs Rathaus“ wurde dem Kunstwerk ebenso bescheinigt wie auch der „a bißle a müader Wasserstrahl“ beklagt.

Das 12 m lange Reliefband erinnert in einzelnen Szenen an die historische Stadtentwicklung. Verknüpft wird dieser Erzählstrang mit einer sinnbildhaften Ebene, welche die Entwicklung von Leben und das Leben in der Gemeinschaft thematisiert. Innerhalb des Reliefbands steigen 6 Wasserstrahlen auf. Aus dem Wasser entwickelte sich das Leben und ist elementar für alle Lebewesen. So setzt sich das Motiv des Wassers auf dem Reliefband fort: Eine Wasserträgerin schöpft, die nächste trägt es weiter. Das Behältnis wird von einer anderen Frauengruppe übernommen, um damit einen eben gepflanzten Baum zu gießen.

An die Frauen schließt sich die Figur eines Wanderers an. Er verkörpert die Suche nach einem geeigneten Ort für die Stadtgründung. Eine weitere Person zeigt die Grundsteinlegung. Symbolisch verweisen Rad, Quader, Säule und Amphore auf die römische Vergangenheit Aalens. Bevölkert wurde die damalige Reichsstadt von Ackerbürgern und verschiedenen Handwerkern, hier vertreten durch den Goldschmied sowie einen Baumeister als Gestalter der Stadt. Der Höhepunkt des Bilderreigens markiert die Erhebung zur Reichsstadt: Ein Reiter, der die Zügel des Pferdes fest im Griff hat, repräsentiert die Freiheit der Bürger ebenso wie der Träger der Fahne mit dem Reichsadler.

Auf diese Weise fordert der Gestaltungsreichtum des Brunnens auf, die Szenen im Gehen zu entschlüsseln sowie weitere Details zu entdecken, beispielsweise den kleinen flötenspielenden Pan.

Ein Brunnen zum Verweilen und Entdecken!

Biographie Vita Fritz Nuss (1907-1999)

1907 am 24. Mai in Göppingen
1944-1922 Karlsgymnasium in Göppingen
1922-1926 Lehre als Ziseleur in Schwäbisch Gmünd
1927-1928 Akademie der bildenden Künste in München, Bildhauerklasse Prof. H. Hahn
1928-1933 Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, Meisterschüler von Prof. L. Habich
1933-1935 Freischaffend in Aalen
Leiter der Bildhauerklasse an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart
1942 Berufung an die Akademie Breslau
1943 Ernennung zum Professor
1943-1952 Freischaffend in Weinstadt-Strümpfelbach
1952-1972 Leiter der Klasse für plastisches Gestalten an der Fachhochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd
Seit 1972 freischaffend
1999 am 3. März in Weinstadt-Strümpfelbach gestorben
Tipp Ein Skulpturengarten sowie ein Weg durch die Weinberge in Strümpfelbach geben einen Einblick in sein umfangreiches Werk.

Ostalbkunst am Burgstallkreisel | Verschiedene Künstler

Verschiedene Künstler

Ostalbkunst am Burgstallkreisel
Ostalbkunst am Burgstallkreisel

Eine Art „Freilichtgalerie“ sollte nach der Idee des damaligen Baubürgermeisters Manfred Steinbach als „Ostalbkunst am Burgstallkreisel“ eingerichtet werden. „Eine grandiose Schnapsidee“ wie der damalige OB Pfeifle schmunzelnd bekannte, als er erstmals von dem Projekt erfuhr, das jedoch 2004 ideenreich umgesetzt wurde.
Fünf Künstler sind es geworden, die mit farbenfrohen Bildern die graue Betonbrücke zum Leuchten bringen. Je eine quadratische Holztafel von 2,50 m war beidseitig zu bemalen. Die Künstler einigten sich auf eine einheitliche Farbgebung: Die eine Seite wurde blau, die Rückseite gelb grundiert. Entsprechend der Ost-West-Ausrichtung der hängenden Bilder symbolisieren die Farben den Sonnenaufgang bzw. –untergang. Die Motivwahl war frei und die Künstler haben spielerisch die Kreisform aufgegriffen.
Im besten Sinn des Wortes dreht sich an diesem Kreisel alles um die Kunst.

Biographien
Alfred Bast
1948 Schwäbisch Gmünd
1968 Zeichenunterricht bei Nikolaus Plump, Fachhochschule Schwäbisch Gmünd
1969-75 Studium der Malerei, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Gollwitzer, Grau, von Stockhausen
seit 1975 freischaffend und lebt in Abtsgmünd-Hohenstadt

Paul Groll
1952 geboren in Lauchheim, Ostalbkreis
1972 Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei den Professoren Georg Meistermann und Georg Baselitz sowie Studium der Kunstwissenschaften an der Universität Karlsruhe
1978 Staatsexamen
Kunsterzieher am Ostalb-Gymnasium Bopfingen
Lebt und arbeitet als in Lauchheim

Hannes Münz
1940 geboren in Aalen/Württ.
1959-67 Studium der französischen Sprache an den Universitäten Grenoble und Tübingen
Kunststudium an den Akademien Aix-en-Provence und Stuttgart (Prof. Haegele, Malerei)
Längere Aufenthalte in der Provence und in der Bretagne. Stipendium für die Universität Perugia/Umbrien
Seit 1969 Lehrtätigkeit am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau
1979 und 1982 Reisen nach Neu-Kaledonien und Peru
Seit 1990 freischaffend auf der Schwäbischen Alb und in der Bretagne

Helmut Schuster
1939 geboren in Wasseralfingen
Abitur am Schubart-Gymnasium Aalen
1960-1966 Studium
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Neuner, Schellenberger, Yelin (Malerei, Glasgestaltung)
Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Wetzel und Prof. Dr. Fegers
1963 Akademiepreis für Glasgestaltung
Studium der politischen Wissenschaften, Universität Stuttgart bei Prof. Dr. Golo Mann
Studium, Technische Hochschule Darmstadt; Staatsexamina
1967 Kunsterzieher am Gymnasium
1970 Lehrauftrag für Kulturgeschichte an der Fachhochschule Aalen
1993 Lehrauftrag für Malerei an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe, Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)
1996 Ernennung zum Professor
2010 gestorben in Wasseralfingen

Werner Zaiß
1943 geboren in Stuttgart
seit 1971 Tätigkeit als freier Grafiker; u.a. Leitung der Arbeitskreise Druckgrafik – Radierung am Studium Generale der Universität Stuttgart
seit 1986 lebt als freischaffender Künstler und Galerist in Aalen
seit 1994 entstehen neben der Grafik, Skulpturen, Plastiken und Objekte aus Stahl, Holz, Stein.

Mosaik | Willi Köble

Willi Köble

Mosaik
1995
Bahnunterführung
Julius-Bausch-Straße beim Arbeitsamt
Mosaik, Willi Köble

Im schnellen Vorbeifahren sind nur einzelne, unterschiedlich blau gefärbte Kacheln auf weißem Grund wahrzunehmen.
Wirklich erschließen lässt sich das Mosaikpanorama in der Unterführung zwischen Landratsamt und Arbeitsamt nur im langsamen Vorbeigehen.
In geometrisch vereinfachten Formen bilden hell- und dunkelblaue Kacheln die markanten Wahrzeichen der Stadt Aalen nach mit dem Buchstabenlogo der Stadt Aalen.
Daneben erheben sich auf dem weißen Fliesengrund die drei Türme vom Mahnmal, von der Stadtkirche St. Nikolaus und der Salvatorkirche.
Die gegenüberliegende Seite bildet das Porträt des Aalener Spions mit Vollbart und Pfeife ab, zeigt die Flötenspielerin des Künstlers Fritz Nuss, die als Plastik vor der Stadthalle steht sowie den Schriftzug „Aalen“.

Landschaft | Rudolf Kurz

Rudolf Kurz

Landschaft
2009/2010
Stele
Palisandro-Marmor, Höhe 3,70 m
Festhalle Unterkochen
Landschaft, Rudolf Kurz

Ein Jahr nach der Fertigstellung der Unterkochener Festhalle wurde die Marmorstele von Rudolf Kurz enthüllt. Vorausgegangen war ein Wettbewerb „Kunst am Bau“, der die Festhalle mit künstlerischen Elementen bereichern sollte.

Künstler der Region waren von der Stadt Aalen aufgefordert, Ideen zu entwickeln.

Insgesamt wurden vier Entwürfe vorgelegt und von einer Fachjury beurteilt. Ausgewählt wurden Helmut Schuster, dessen Leporello im Innern der Halle zu sehen ist und der Bildhauer Rudolf Kurz.

Der Künstler stellt das Thema Landschaft in besonderer Form dar. Fast drei Tonnen schwer ist die Stele aus Palisandro-Marmor. Das Material beschreibt Kurz als „karg, widerstandsfähig, aber schön“. In schlichter, geometrisch-klarer Formensprache ragt der glatt polierte Stein empor. Nur im oberen Teil der Stele bricht die Geschlossenheit auf, wechselt die glatte Oberfläche im Durchbruch zu einer aufgerauten, gletscherartigen Struktur. Zugleich bietet die Öffnung so dem Himmel mit seinen wechselvollen Wolkenstrukturen einen „Rahmen“, ein „Himmelsguckloch“. Natur, Landschaft wird ein Teil des Kunstwerks und die Kunst zur Naturvermittlerin.

Biographie
1952 geb. in Ellwangen/Jagst
1980-84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. K. H. Seemann, Prof. H. Baumann und Prof. H. Schubert
1987 Schwäbisch Gmünd, Prediger-Preis Wettbewerb „Junge Künstler“
1993 Hohenloher Kunstpreis
2001 Karlsruhe, Bad Bergzabern, Wissembourg – Kunstprojekt „Kirchenträume“, Preis der Kirchengemeinden
Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen u.a. in Aalen:
2013/14 Rudolf Kurz. Vergangenheit ist ein Prolog. Antiker und moderner Torso im Limesmuseum Aalen sowie
Aufträge im öffentlichen und sakralen Raum u.a. Ellwangen, Virngrundklinik, Hauskapelle; Rom, Hauskapelle Kardinal W. Kasper; Aalen: Altarraumgestaltung der Salvatorkirche; Kapelle im Ostalbklinikum; Brunnen im Stadtgarten

Porto di Venere | Luciano Fabro

Luciano Fabro

Porto di Venere (Venushafen), 1992
Marmor
Stadtgarten im Kocher

Ob „die Göttin der Liebe bei den Schwaben“ landet, fragte 1992 der Spiegel in seiner 24. Ausgabe. Naheliegend der Gedanke, wenn fünf zylindrische Marmorblöcke unter dem prosaischen Name „Porto di Venere“ – Venushafen, mitten im Kocher platziert werden. Der italienische Künstler Luciano Fabro hat sie hier im Stadtgarten von Aalen vor Anker gehen lassen. Die Blöcke sind so bearbeitet, dass von ihrer oberen Kreisfläche jeweils nur eine Mondsichel übrigbleibt. Durch die Drehung der Monde gegeneinander kann beim Betrachten vom leicht erhöhten Ufer der Eindruck entstehen, dass eine kleine bewegte Mondflotte in den Venus-Hafen einläuft.
Veränderung und Wandel ist Bestandteil des Kunstwerkes. Dazu gehört, dass bei hohem Wasserstand die Marmorblöcke kaum mehr aus dem Wasser ragen oder auch überflutet werden. Und mit der Zeit wird das Wasser den Marmor allmählich abschleifen und in naturgeformte Steine zurückverwandeln. „Kunst sucht sich ihren Ort und reagiert auf ihn“ – ein Hinweis auf die Documenta 1992 in Kassel und deren Leitmotiv.

Anlass für die gelungene Inszenierung war das gemeinsame Kunstprojekt „Platzverführung“, an dem sich 18 Gemeinden und Städte der Region Stuttgart beteiligten. In jeder Stadt arbeitete ein anderer Künstler, der auf eine ganz spezielle Situation in der jeweiligen Stadt künstlerisch reagierte.
Explizit für Aalen konzipierte der italienische Künstler Luciano Fabro dieses Werk. Am 27. Juni 1992 übergab er sein Kunstwerk mit der folgenden Botschaft der Öffentlichkeit: „Dir, der du rastest auf diesen Stufen, wünsche ich ein liebliches Verweilen deiner Sinne. Und erinnere dich, dass Venus das ist, was in Gestalt übergeht und Portovenere der Ort, in den sie sich in allen möglichen Formen zurückzieht.“

Biographie
– 1936 geboren in Turin
– 1972, 1982 und 1992 Beteiligung an der Documenta in Kassel
– Tätigkeit als Kunsttheoretiker und lange Zeit Dozent an der Kunstakademie Brera in Mailand
– 2007 in Mailand gestorben
Der italienische Bildhauer, Objektkünstler und Maler Luciano Fabro war als Künstler Autodidakt. Er stand der material- und sozialkritischen Arte Povera nahe. Mit verschiedenen, oft einfachen Materialien entstanden Rauminstallationen, die durch Natur, Mythologie und Geschichte inspiriert waren. Seine Kunstinstallationen hat er an traditionellen Ausstellungsorten ebenso wie auf öffentlichen Plätzen und in der freien Natur arrangiert.

Mann | Stephan Balkenhol

Stephan Balkenhol

Paar
Douglasie
Höhe ca. 2 m, farbig gefasst
Neues Tor
Paar, Stephan Balkenhol

Entscheidend für Balkenhols Figuren ist ihr Standort. Die Figur muss zum Ort passen und der Ort zur Figur. Davon hängt ab, ob es eine Ganzkörperfigur wird, ob sitzend, stehend oder nur ein Kopf passend an dieser Stelle ist: „Aus der Spannung, die sich zwischen Skulptur und Ort ergibt, fließt die Kraft einer solchen Skulptur; sie macht den Ort erlebbar dadurch, dass sie in der Lage ist, den Dialog mit dem Ort inhaltlich und formal aufzunehmen.“ (Balkenhol)
Platziert auf braun bemalten Sockeln in der Tordurchfahrt stehen sich Frau und Mann frontal gegenüber: Sie in einem kräftig grünen Kleid, er in schwarzer Hose und weißem Hemd. Seine Arme hängen ohne besondere Geste am Körper herab. Sie stützt die rechte Hand in die Seite, die Gesichter gestaltet ohne erkennbare Mimik. Beide stehen „einfach“ da. Und genau das charakterisiert die Figuren Balkenhols: Ihre geradezu auffällige Normalität, die weder ein Abbild der Natur sein will noch idealisiert sowie die grobe Bearbeitung des bevorzugten Werkstoffes Holz.
In ihrer intensiven Präsenz und gleichzeitigen Zurückhaltung erinnern sie an ägyptische Skulpturen. Balkenhol hat sie eingehend studiert und bewundert deren „Aura der Ewigkeit und ruhige Gelassenheit“.
„Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“ (Balkenhol)

Biographie
1957 in Fritzlar geboren
1976-82 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
1983 Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium
1986 Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg
1989 Förderpreis zum Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg
1990 Bremer Kunstpreis
Lehrauftrag an der Städelschule in Frankfurt am Main
1991 Lehrauftrag an der Akademie für Bildende Künste, Karlsruhe
seit 1992 Professur in Karlsruhe

Frau | Stephan Balkenhol

Stephan Balkenhol

Paar
Douglasie
Höhe ca. 2 m, farbig gefasst
Neues Tor
Paar, Stephan Balkenhol

Entscheidend für Balkenhols Figuren ist ihr Standort. Die Figur muss zum Ort passen und der Ort zur Figur. Davon hängt ab, ob es eine Ganzkörperfigur wird, ob sitzend, stehend oder nur ein Kopf passend an dieser Stelle ist: „Aus der Spannung, die sich zwischen Skulptur und Ort ergibt, fließt die Kraft einer solchen Skulptur; sie macht den Ort erlebbar dadurch, dass sie in der Lage ist, den Dialog mit dem Ort inhaltlich und formal aufzunehmen.“ (Balkenhol)
Platziert auf braun bemalten Sockeln in der Tordurchfahrt stehen sich Frau und Mann frontal gegenüber: Sie in einem kräftig grünen Kleid, er in schwarzer Hose und weißem Hemd. Seine Arme hängen ohne besondere Geste am Körper herab. Sie stützt die rechte Hand in die Seite, die Gesichter gestaltet ohne erkennbare Mimik. Beide stehen „einfach“ da. Und genau das charakterisiert die Figuren Balkenhols: Ihre geradezu auffällige Normalität, die weder ein Abbild der Natur sein will noch idealisiert sowie die grobe Bearbeitung des bevorzugten Werkstoffes Holz.
In ihrer intensiven Präsenz und gleichzeitigen Zurückhaltung erinnern sie an ägyptische Skulpturen. Balkenhol hat sie eingehend studiert und bewundert deren „Aura der Ewigkeit und ruhige Gelassenheit“.
„Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken.“ (Balkenhol)

Biographie
1957 in Fritzlar geboren
1976-82 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
1983 Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium
1986 Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg
1989 Förderpreis zum Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg
1990 Bremer Kunstpreis
Lehrauftrag an der Städelschule in Frankfurt am Main
1991 Lehrauftrag an der Akademie für Bildende Künste, Karlsruhe
seit 1992 Professur in Karlsruhe