Sieger Köder

Stephanus – Saulus- Brunnen
2006
Stephanuskirche

Zwischen dem Museum Wasseralfingen, Bürgerhaus und der Stephanuskirche fällt der Blick auf den Stephanus-Saulus-Brunnen. Der Malerpfarrer Sieger Köder setzt hier eindrücklich folgende theologische Idee um: Vom sterbenden Stephanus springt der Glaube über auf Paulus.
Ein „Mahnzeichen“, durchaus aktuell, sei der Brunnen, so Pfarrerin Ursula Richter bei der Einweihung am 24.09.2006. Der Künstler bringt hier Täter und Opfer zusammen. Es ist der Moment nach der Steinigung, Saulus hat sich noch nicht zum Paulus gewandelt. Er scheint vielmehr erschrocken, nachdenklich. Die Erkenntnis möglicherweise nicht richtig gehandelt zu haben, kommt ihm erst allmählich.
„Steine fallen auf Menschen nicht erst, wenn Steine geworfen werden, sondern schon, wenn ein anderer Mensch beleidigt wird…. Weil er anders ist. Vielleicht, weil er einer anderen Religion angehört.“ (Richter)
Die Kirche feiert Stephanus als ersten Märtyrer (Protomärtyrer) am 26. Dezember.

SIEGER KÖDER (1925 – 2015)
„Ich bin Schwabe, ich bin Pfarrer, ich male Bilder.“

1925 wurde er in Wasseralfingen geboren und ging hier zur Volksschule, später dann auf das humanistische Peutinger-Gymnasium in Ellwangen, wo er auch das Abitur ablegte. Unmittelbar danach musste er in den Krieg, erlebte die Invasion und geriet in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am Heiligen Abend 1945 nach Hause zurückkehrte.
Nach einem Kunst- und Anglistikstudium war Köder von 1954 bis 1965 Kunsterzieher am Schubart-Gymnasium Aalen.
Mit 40 Jahren dann der Beginn eines neuen Lebensabschnittes: Er beendete den Schuldienst und begann katholische Theologie in Tübingen und München zu studieren.
1971 wurde er zum Priester geweiht und verbrachte vier Jahre als Vikar in Ulm. Schließlich ging er 1975 als Pfarrer in die beiden Kirchengemeinden Hohenberg und Rosenberg im nordwestlichen Ostalbkreis.
Seit seiner Pension 1995 lebte der „Malerpfarrer“ in Ellwangen als vielbeschäftigter Aushilfsseelsorger und Maler.
Der Idealfall, sowohl Kunst wie auch Theologie studiert zu haben, macht ihn zu einem hervorragenden Deuter des Alten und Neuen Testaments, zu dem „Pfarrer, der mit Bildern predigt“.
1997 wurde er durch das Land Baden-Württemberg zum Professor honoris causa ernannt und erhielt die theologische Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern.
Am 9. Februar 2015 starb Sieger Köder in Ellwangen.

Stephanus-Saulus-Brunnen, Sieger Köder