Luciano Fabro

Porto di Venere (Venushafen), 1992
Marmor
Stadtgarten im Kocher

Biographie
– 1936 geboren in Turin
– 1972, 1982 und 1992 Beteiligung an der Documenta in Kassel
– Tätigkeit als Kunsttheoretiker und lange Zeit Dozent an der Kunstakademie Brera in Mailand
– 2007 in Mailand gestorben
Der italienische Bildhauer, Objektkünstler und Maler Luciano Fabro war als Künstler Autodidakt. Er stand der material- und sozialkritischen Arte Povera nahe. Mit verschiedenen, oft einfachen Materialien entstanden Rauminstallationen, die durch Natur, Mythologie und Geschichte inspiriert waren. Seine Kunstinstallationen hat er an traditionellen Ausstellungsorten ebenso wie auf öffentlichen Plätzen und in der freien Natur arrangiert.

Ob „die Göttin der Liebe bei den Schwaben“ landet, fragte 1992 der Spiegel in seiner 24. Ausgabe. Naheliegend der Gedanke, wenn fünf zylindrische Marmorblöcke unter dem prosaischen Name „Porto di Venere“ – Venushafen, mitten im Kocher platziert werden. Der italienische Künstler Luciano Fabro hat sie hier im Stadtgarten von Aalen vor Anker gehen lassen. Die Blöcke sind so bearbeitet, dass von ihrer oberen Kreisfläche jeweils nur eine Mondsichel übrigbleibt. Durch die Drehung der Monde gegeneinander kann beim Betrachten vom leicht erhöhten Ufer der Eindruck entstehen, dass eine kleine bewegte Mondflotte in den Venus-Hafen einläuft.
Veränderung und Wandel ist Bestandteil des Kunstwerkes. Dazu gehört, dass bei hohem Wasserstand die Marmorblöcke kaum mehr aus dem Wasser ragen oder auch überflutet werden. Und mit der Zeit wird das Wasser den Marmor allmählich abschleifen und in naturgeformte Steine zurückverwandeln. „Kunst sucht sich ihren Ort und reagiert auf ihn“ – ein Hinweis auf die Documenta 1992 in Kassel und deren Leitmotiv.

Anlass für die gelungene Inszenierung war das gemeinsame Kunstprojekt „Platzverführung“, an dem sich 18 Gemeinden und Städte der Region Stuttgart beteiligten. In jeder Stadt arbeitete ein anderer Künstler, der auf eine ganz spezielle Situation in der jeweiligen Stadt künstlerisch reagierte.
Explizit für Aalen konzipierte der italienische Künstler Luciano Fabro dieses Werk. Am 27. Juni 1992 übergab er sein Kunstwerk mit der folgenden Botschaft der Öffentlichkeit: „Dir, der du rastest auf diesen Stufen, wünsche ich ein liebliches Verweilen deiner Sinne. Und erinnere dich, dass Venus das ist, was in Gestalt übergeht und Portovenere der Ort, in den sie sich in allen möglichen Formen zurückzieht.“

Porto di Venere, Luciano Fabro