Christoph Traub

Herkules, 2002
Muschelkalk,
120 cm × 60 cm × 230 cm,
Grünanlage bei der Bohlschule

Biographie
1964 geboren in Stuttgart
1983 Bildhauerpraktikum bei Prof. Fritz Nuss
1984-87 Lehre als Steinbildhauer bei Hans Neuwirth
1988-89 Kunstakademie Karlsruhe, Prof. van Dülmen
seit 1990 als freischaffender Künstler tätig

Mächtig und kompakt ragen zwei gewaltige Fäuste aus dem Muschelkalkblock hervor. Die sagenhafte Kraft des mythologischen Helden „Herkules“ komprimiert der Bildhauer Christoph Traub in zwei steinernen Fäusten. Sie wachsen aus dem Sockelquader heraus, greifen ineinander und türmen sich in manieristisch anmutender Windung übereinander. Die Oberflächenstruktur des Kalksteins bearbeitet Traub deutlich sichtbar mit dem Meißel. In Verbindung mit glatt polierten, auch unbearbeiteten Bereichen ergibt sich daraus eine spannungsreiche Lebendigkeit, die wiederum den dynamischen Formfluss der gesamten Figur aufgreift und unterstreicht.
Häufig wählt der Künstler für seine Werke Bildtitel, die in Verbindung mit Stärke und Kraft stehen. Die Übereinstimmung von Titel und Darstellung verweist in direkter Weise auf den „erzählerischen Kontext.“ (Sabine Heilig)
Die erste von 12 Aufgaben, die Herkules zu bewältigen hatte, war den nemeischen Löwen zu töten. Dessen Fell war jedoch so dick, dass keine Waffe durchdringen konnte. Herkules gelang es dennoch den Löwen zu töten – mit bloßen Händen!
Christoph Traub beschäftigt sich mit der menschlichen Figur, jedoch in Fragmenten. Es fehlen Körperteile, sind beschädigt oder einzelne Partien wie die Hände rücken als zu gestaltende Form in den Fokus. So nimmt das Motiv der Hände eine zentrale Rolle im Werk des Bildhauers ein. In der Konzentration und formalen Beschränkung auf die geballten Fäuste, werden diese zur zentralen Ausdruckschiffre. „Handgesten sind Zeichensprache und Träger emotionaler Empfindungen.“ (Sabine Heilig)

Herkules, Christoph Traub