Fritz Nuss

Bretzgablase-Brunnen
1985
Bronze
Gmünder Torplatz

Biographie
– 1907 geboren in Göppingen
– Ausbildung zum Ziseleur und Studium in Schwäbisch Gmünd bei Albert Holl, in München bei Hermann Hahn und in Stuttgart bei Ludwig Habich
– 1943 Ernennung zum Professor
– 1952 bis 1972 Dozent für plastisches Gestalten an der Fachhochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd
– Lebte bis zu seinem Tod 1999 in Weinstadt-Strümpfelbach, bei Stuttgart
– Weitere Kunstwerke von Nuss in Aalen: Reichsstädter Brunnen – Marktplatz, Ährenleserin – THG, Vogelgruppe – Stadtpark, Flötenspielerin – Stadthalle, Hirtenjunge – Pelzwasen

Voller Symbole und Anspielungen ist dieser überaus lebendig gestaltete Brunnen von Fritz Nuss.
Der Künstler setzt hier dem Aalener Original Blasius Schimmel, genannt Brezga Blase (1849-1925), ein Denkmal. Der ursprünglich als Bergmann in Wasseralfingen aktive Blasius, sitzt hier mitten in einer flachen Brunnenschale. Neben ihm steht ein Mann, dessen Name auf seiner Schürze eingraviert ist: Friedrich Stützel, vulgo Moreau (1844-1921). Zu ihm schaut der Brezga Blase hoch und hebt zugleich herausfordernd eine Brezel in der linken Hand.
Aus gesundheitlichen Gründen verdiente er sein Geld bei der Stadt als Ausscheller (Nachrichtenverkünder). Nebenbei verkaufte er Brezeln mit dem Spruch: „Eine Brezel kostet drei Pfennig, drei Brezeln zehn Pfennig.“ Anschaulich umgesetzt in drei bronzenen Brezeln, die ineinander verflochten über den Brunnenrand hängen. Als Wasserspeier flankieren ein Hahnenkopf und drei Ziegenköpfe, das Wappentier der Aalener Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck, die Brezeln.

„Moreau“ und Brezga Blase hatten im wirklichen Leben nichts miteinander zu tun. Nuss erlaubt sich die künstlerische Freiheit zwei Aalener Originale zusammenzubringen: Den Rotgerber „Leder-Stützel“ und den ehemaligen Bergmann. Zugleich illustriert Nuss ein Stück Familiengeschichte: „Moreau“ nämlich war sein Großvater. Dessen zweites Kind Pauline Karoline heiratete Karl Friedrich Nuss. –

Nuss hat einen Brunnen gestaltet, der entdeckt werden will. Neben den vollplastisch ausgebildeten Figuren finden sich eingraviert in die Brunnenschale weitere Motive wie ein Pferd mit Reiter oder ein kleines Medaillon mit einem Flöte spielenden Teufelchen. Dieser ist eine Art Markenzeichen von Fritz Nuss, das sich auch auf dem Reichsstädter Brunnen findet.

Bretzgablase, Fritz Nuss